Die Resultate einer Studie von 2017 wurden korrigiert. Damals hatten Schwedische Forscher eine Berechnung über die Nachhaltigkeit von Batterien für Elektroautos angestellt. Das Ergebnis fiel verheerend aus. Demnach fallen bei der Produktion der Akkus in den Stromern so viel Klimagase an, dass die E-Autos am Ende nicht oder kaum umweltfreundlicher waren als sparsame Diesel oder Benziner. Die Studie wurde in der Folge heftig kritisiert.

Weniger Treibhausgase als angenommen

Nun haben die schwedischen Forscher noch einmal nachgerechnet und ihre Ergebnisse sind erstaunlich. Bei der Produktion der Batterien von Elektroautos werden der neuen Studie zufolge (hier als PDF) weniger klimaschädliche Gase ausgestossen als vielfach angenommen. Einer der Hauptgründe dafür sei, dass die Produktionsstätten vergrössert worden seien und bei voller Kapazität liefen, was sie effizienter mache.

Künftig weniger seltene Erden benötigt

Die neue Studie liefere wertvolle Informationen über den ökologischen Fussabdruck von auf Lithium-Ionen-Batterien basierenden Elektrofahrzeugen, erklärte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Untersuchung verdeutliche, dass ein Grossteil der möglichen negativen Wirkungen auf die Herstellung der Zellen zurückgingen.

Künftig seien viel höhere Anteile von Ökostrom für Herstellung und Betrieb zu erwarten. Das werde den CO2-Fußabdruck weiter deutlich verringern. Zudem führten technologischer Fortschritt und verstärkte Nachhaltigkeits- und Recycling-Standards dazu, dass weniger seltene Erden oder andere begrenzte Rohstoffe zum Einsatz kommen würden.

Schon heute geringe Vorteile für Elektroautos

Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin gibt zu bedenken, dass künftig nicht nur der Betrieb, sondern auch die Herstellung der Fahrzeuge und der Batterien völlig klimaneutral erfolgen müsse, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einhalten zu können.

Klar sei, dass sich mit einem Festhalten am Verbrennungsmotor keinerlei Klimaziele erreichen ließen, so der Professor für Regenerative Energiesysteme. «Alle neueren Studien zeigen, dass Elektroautos, die mit dem normalen Strommix betrieben werden, bereits heute geringe Klimaschutzvorteile haben», so Quaschning. Bei überwiegend grünem Strom ergäben sich sogar schon deutliche Klimaschutzvorteile.

Auch übermässiger Wasserverbrauch widerlegt

Auch ein weiteres Argument gegen die E-Auto-Akkus ist inzwischen widerlegt: Nämlich dass ihre Herstellung Unmengen Wasser verbrauche. Für das Lithium eines Akkus mit einer Kapazität von 64 Kilowattstunden (kWh) werden nach den gängigen Berechnungsmethoden 3840 Liter Wasser verdunstet. Das entspricht nach Angaben von Maximilian Fichtner, Direktor am Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm, dem Wasserverbrauch bei der Produktion von 250 Gramm Rindfleisch, zehn Avocados, 30 Tassen Kaffee oder einer halben Jeans.

Quelle: www.tagesspiegel.de