Schneebedeckte Solarmodule © Zauberhut, stock.adobe.com

Jetzt kommen die längeren, sonnigen Tage. Gut, wenn die PV-Anlage darauf vorbereitet ist. Eine Reinigung soll man mit der erforderlichen Vorsicht vornehmen.

Photovoltaikanlagen sind 24 Stunden am Tag der Witterung ausgesetzt. Dabei wirken nicht nur Regen, Wind, Schnee oder Sonne auf die Module ein. Verschmutzungen durch die Luftverschmutzung, Staubentwicklung, Strassenverkehr, Vogelkot, fallendes Laub oder Nadeln von in der Nähe wachsenden Bäumen können den Solarmodulen auf die Dauer ganz schön zusetzen.

Am Übergang zwischen Rahmen und Glas setzt sich gerne Schmutz fest, es können sich hier im Laufe der Zeit sogar Flechten oder Moos ansiedeln. All diese Faktoren führen definitiv zu geringeren Erträgen der Photovoltaikanlage. Eine Reinigung von Zeit zu Zeit hilft, Hot Spots zu vermeiden und die Erträge der Photovoltaikanlage langfristig zu sichern.

Reinigungsbedarf trotz Schnee und Regen?

Immer wieder wird auf die Reinigungskraft von Regen oder auch Schnee für die Solarmodule hingewiesen. Unbestritten hilft ein heftiger Regenguss, oberflächliche Verschmutzungen wie liegen gebliebene Blätter oder Staub abzuwischen. Auch Schnee, der irgendwann von den Solarmodulen hinunter rutscht, kann dabei viel Staub und leichtere Verschmutzungen mit sich ziehen.

Das gilt aber definitiv nicht für verkrustete Verschmutzungen, zum Beispiel stark ätzenden, in der Sonne angebackenen Vogelkot. Und das gilt auch nicht für Verschmutzungen, die sich an den Rändern der Modulrahmen festsetzen. Darüber hinaus nimmt die Reinigungswirkung von Regen und Schnee mit geringer werdendem Neigungswinkel stark ab.

Ab Neigungen grösser 12° beginnt für mitteleuropäische Standorte die Selbstreinigung der Module. Durch eine regelmässige manuelle Reinigung können jedoch die Anlagenerträge je nach Standort deutlich erhöht werden. In verschiedenen Untersuchungen wird dabei standortabhängig von 2% bis zu 7% ausgegangen.

Reinigungsmittel für Solaranlagen

Wie sollte dann aber eine Reinigung der Solarmodule durchgeführt werden? Nur so viel: Da kann man ganz viel falsch machen. Aber wenn ein paar einfache Regeln beachtet werden, kann die Reinigung wirklich helfen, den Ertrag auf Dauer sicherzustellen.

Auf folgende Punkte sollte geachtet werden:

  • Auf keinen Fall Hochdruckreiniger benutzen, sie könnten Rahmen, Befestigung oder das Glas der Solarmodule beschädigen.
  • Sanfte Reinigungsmittel verwenden – keine stark ätzenden oder scharfen Reinigungsmittel verwenden. Einige Solarmodulhersteller machen in ihrer Betriebsanleitung Angaben dazu, welche Reinigungsmittel geeignet sind.
  • Durch kalkarmes Wasser werden Kalkstreifen und Schlieren verhindert.
  • Eine weiche Bürste/ Schwamm unterstützt die Reinigungskraft ebenso wie fliessendes Wasser.

Tipp: Es kann Probleme mit der Garantie geben, wenn man sich nicht an die Vorgaben zum Reinigungsmittel hält!

Warum die Reinigung nicht selbst übernehmen?

Es spricht nichts dagegen, die Reinigung der Solaranlage selbst durchzuführen. Entsprechendes Material ist leicht im Internet erhältlich. Wichtigstes Instrument für die Do-it-yourself-Reinigung der Photovoltaikanlage: eine weiche Reinigungsbürste mit Teleskopstange. Dazu ein sanfter biologischer Reiniger und fliessendes Wasser (zum Beispiel über einen Gartenschlauch) – fertig ist das notwendige Equipment.

Allerdings kann die Erreichbarkeit der Photovoltaikanlage ein Argument gegen eine eigene Reinigung sein. Sind durch ein Dachfenster oder andere Möglichkeiten alle Solarmodule mithilfe einer Teleskopstange gut erreichbar – okay. Ist dies nicht der Fall, gilt der Rat: Lieber die Finger davon lassen. Die Absturzgefahr sollte niemand unterschätzen.

Quelle: www.solaranlage-ratgeber.de