Zwei Prozent des liechtensteinischen Stromverbrauchs werden durch Photovoltaikanlagen aus der Landwirtschaft gedeckt. Eine Studie der VBO in Zusammenarbeit mit der Solargenossenschaft hat gezeigt, dass die Landwirtschaft mit Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern bis zu acht Prozent des Stromverbrauchs decken könnten. Doch viele Betriebe befinden sich ausserhalb der Bauzone, weshalb es keine geeigneten Leitungen gibt, um den erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen. Hier stellt sich die Frage, ob eine Batterie zum Speichern der Energie die bessere Lösung sei.

Um Antworten auf die offenen Fragen zu finden, hat die Vereinigung der Bäuerlichen Organisationen VBO mit der Energiefachstelle Liechtenstein und der Solargenossenschaft Liechtenstein ein Pilotprojekt zur Batteriespeicherung gestartet. Dazu wurden auf den Betrieben der Balzner Landwirte Christian Wolfinger und Benno Vogt Photovoltaikanlagen in Kombination mit einer Batteriespeicheranlage installiert. Was vom produzierten Strom nicht sofort verbraucht wird, wird gespeichert und steht dem Betrieb dann zur Verfügung, wenn dieser Strom benötigt wird. Der Rest wird ins Netz der Liechtensteinischen Kraftwerke LKW eingespeist. Das Projekt wird von der
NTB in Buchs wissenschaftlich begleitet.

Für abschliessende Resultate ist es noch zu früh. «Da es eine relativ junge Technologie ist, gibt es wenig Erfahrung in diesem Bereich», erklärte Markus Markstahler von der  NTB. Besonders interessant sei, wie sich das System über einen längeren Zeitraum verhalte und wie die Energiebilanz nach einem ganzen Jahr – also Sommer und Winter ausschaue. Die involvierten Landwirte zeigen sich jedenfalls zufrieden. Sie erhoffen sich neben einem neuen Geschäftsfeld auch eine weitgehende Energieautonomie ihrere Betriebe.

Quelle: Liechtensteiner Volksblatt vom 9. November 2019