Auf 2‘500 Metern über Meer liefert die geplante Anlage an der Muttsee-Staumauer im Winterhalbjahr doppelt so viel Strom wie im Mittelland. Denn in den Alpen ist die Atmosphäre dünner, die Sonnenstrahlung stärker und der Schnee reflektiert das Licht stark. Während eine Anlage im Mittelland im Winterhalbjahr rund 25% des Jahresertrags liefert, sind es auf dieser Höhe etwa 50%. Dies ist auch deshalb wichtig, weil der Bedarf an Winterstrom steigen wird, zum Beispiel wegen des Booms von Wärmepumpen zum Ersatz von Öl- und Gasheizungen.

Da der Bund die Anlage nicht als Leuchtturmprojekt betrachtet, sind die Förderungen gering. Axpo hatte deshalb angedroht, die Anlage nicht zu realisieren. Nun steigt Denner ein und garantiert die Stromabnahme über 20 Jahre zu einem fixen Preis. Damit kann die Anlage im Sommer 2021 realisiert werden. Das Baugesuch wurde schon 2019 eingereicht, Einsprachen gab es nicht, die Umweltorganisationen betrachten die Installation auf einer bestehenden Infrastruktur als problemlos.

Die Anlage ist allerdings ein Tropfen auf einen heissen Stein. Die rund 6‘000 Solarmodule belegen die Fläche von eineinhalb Fussballfeldern. Um nur den Winterstrom aus dem Kernkraftwerk Leibstadt zu ersetzen, bräuchte es 3‘000 solcher Anlagen.

Quellen:
Schweiz Aktuell, SRF 1, 21. Januar 2021, 19 Uhr
St. Galler Tagblatt, 22. Januar 2021, S. 13