Bei einer Katastrophe in Beznau, Gösgen, Mühleberg oder Leibstadt wären in Europa um 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner durch die ionisierende Strahlung betroffen. Die dabei freigesetzte Radioaktivität wird auf das Dreissigfache des Wertes geschätzt, welcher der Planung des Schweizerischen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz BABS zugrunde liegt.

Das Institut Biosphère, Genf, hat auf Basis der realen meteorologischen Daten von 2017 die Auswirkungen eines grossen Nuklearunfalls in den Schweizer AKW und jenem in Bugey (F) simuliert. Ergebnis: Die bei einem schweren Unfall freiwerdende Radioaktivität ist 30-mal höher einzustufen als dies bei der Planung der Schutzmassnahmen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz BABS vorgesehen ist.Die Studie «EUNUPRI2019 – European Nuclear Power Risk Study», welche am Institut Biosphère unter der Leitung von Frédéric Piguet, PhD in Umweltwissenschaften, realisiert worden ist, berücksichtigt erstmals sowohl moderne meteorologische Berechnungen wie neue medizinische Erkenntnisse, um die Risiken eines schweren Nuklearunfalls in Westeuropa zu eruieren. Sollte sich in einem der fünf untersuchten Atomkraftwerke in der Schweiz oder Frankreich ein grosser Unfall ereignen, sind langfristig mehr als 100‘000 Strahlenopfer in der Schweiz und den umliegenden Staaten zu erwarten.

Quelle: energiestiftung.ch